Solidarisch vom Feld direkt auf den Teller

Nachhaltig, regional, gemeinschaftlich – Gemüse und Fleisch vom WeidenHof

Moorschnucken laufen über die Heide, „Coffee und Cream“-Hühner picken im Hof und auf dem Feld versucht der Wirsing den Salat zu übertrumpfen. Auf dem WeidenHof in der Lüneburger Heide ist sommers wie winters Hochbetrieb. David und Anke Goertsches führen den Hof mittlerweile im siebten Wirtschaftsjahr als solidarische Landwirtschaft (Solawi). Bei diesem besonderen Konzept teilen sich private Anteilseigner die Kosten des Hofes und erhalten im Gegenzug alles, was der Betrieb erntet. Ein Konzept, das weltweit immer mehr Anhänger findet.

Auf dem WeidenHof ist das Angebot der produzierten Lebensmittel groß: „Wir pflanzen auf fünf Hektar etwa 60 verschiedene Gemüse- und Kräuterkulturen an. Vom geschützten Anbau bis zur Freiland-Kultur ist alles dabei“, erklärt Anke Goertsches. Die Grundversorgung mit Gemüse wird durch Eier und zu besonderen Tagen durch nachhaltig produziertes Fleisch von Hühnern und Schafen ergänzt. Einmal pro Woche können Mitglieder ihre Anteile in sechs verschiedenen Depots in der Umgebung abholen. Dabei arbeitet der WeidenHof so umweltfreundlich wie möglich. „Kurze Vertriebswege und der Verzicht auf Plastikverpackungen sind bei uns selbstverständlich.“

Hotellerie und Gastronomie herzlich willkommen


Anteilseigner müssen nicht unbedingt Privatmenschen sein. „Wir können uns sehr gut vorstellen, auch ein Hotel oder einen Gastronomiebetrieb auf der Anteilsliste zu haben“, bestätigt Anke Goertsches. „Wir wissen natürlich, dass Hotels und Gastronomiebetriebe vorauskalkulieren müssen. Das ist mit dem Hof nicht ganz so leicht vereinbar. Zwar haben wir eine Anbauplanung, aber bei der wöchentlichen Lieferung gibt es eben, was gerade reif ist. Aber so frische Bio-Produkte kriegt man nicht überall. Und es könnte ja zum Beispiel immer ein WeidenHof-Gericht geben, was dann entsprechend wechselt. Für uns und das Solawi-Konzept wäre es auf alle Fälle eine tolle Öffentlichkeitsarbeit, denn Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen“, lacht die Gesellschafterin.

Realbedingungen statt rosaroter Brille


Öffentlichkeitsarbeit ist für Goertsches und ihren Mann ein wichtiger Teil ihres Aufgabengebiets. Das Ehepaar will ein umfassendes Verständnis für landwirtschaftliche Bedingungen etablieren. Deshalb hat Anke Goertsches zum Beispiel einen eigenen Schäferinnenblog angefangen, wo sie über ihre Arbeit schreibt. In regelmäßigen Abständen gibt es außerdem Mitmachtage und Hoffeste. „Wir wollen zusammen mit den Mitgliedern die realen Bedingungen auf dem Weltmarkt betrachten und besprechen, was wir tun können, wenn wir uns als Verbraucher und Erzeuger gemeinsam mehr Nachhaltigkeit wünschen. Als Solawi haben wir eine riesige Chance, lokal etwas zu bewirken.“

 

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