Überzeugende Marke: Der Schweizerhof in Lenzerheide

Position beziehen​

Vieles scheinen Claudia und Andreas Züllig mit ihrem Schweizerhof richtig zu machen: eine sehr gute Auslastung in den sonst eher schwachen Sommermonaten, viele Stammgäste, beste Bewertungen auf den Portalen. Eine Erfolgsstory – und das nach Jahren, die für die Schweizer Tourismusindustrie durch die zunehmende Internationalisierung der Märkte und Preisdruck keine einfachen waren.

Ende 2006 hat das Gastgeberpaar Züllig einen Neuanfang gewagt, seitdem präsentiert sich der Schweizerhof als Hotel der Kategorie Vier-Stern-Superior – und mit dem größten Hamam im Alpenraum. Superlative allein überzeugen jedoch keinen Gast. Gastgeberin Claudia Züllig-Landolt fasst zusammen, was ihrer Meinung nach den Schweizerhof so erfolgreich macht: „Der Schweizerhof funktioniert als starke Marke, weil wir uns von Anfang an immer klar positioniert haben. Wenn man in den Schweizerhof kommt, weiß man, was einen erwartet und was man bekommt.“ Das Hotel präsentiert sich seit dem Umbau 2006 als sehr familienfreundlich. Das funktioniert, 70 % der Gäste sind Familien mit Kindern. Auch Wellness-Gäste wählen den Schweizerhof bewusst, da der 1.500 Quadratmeter große Wellness-Bereich inklusive des 450 Quadratmeter großen Hamam ein echtes Highlight darstellt.

 

Ungewöhnlich: ein Hamam in den Alpen

Kein Geringerer als Stararchitekt Max Dudler konnte für den Bau des Hamam gewonnen werden. Die Architektur, die er geschaffen hat, ist minimalistisch, gleichzeitig sinnlich und weit entfernt von gewohnter Wellness-Architektur. Die Gäste tauchen ein in eine dunkel-geheimnisvolle Welt, die alles andere außen vorlässt. Dafür zeichnet Max Dudler nicht allein verantwortlich: Die Farbgebung der Innenräume wurde zusammen mit dem Künstler Mayo Bucher gestaltet, der mit dem Gastgeberpaar Züllig befreundet ist. Verwendet wurden sogenannte Interferenzfarben, die in mehreren Schichten aufgetragen werden. Je nach Lichteinfall entstehen verschiedenste Lichtreflexe, die eine atmosphärische Inszenierung schaffen, ähnlich einer Perlmuttoberfläche.

 

Veränderung nach Plan

Der Bau des Hamam war das Ergebnis eines Rebrandings, das das Gastgeberpaar Züllig gemeinsam mit seinem Team erarbeitete. „Wir setzten uns damit auseinander, wie eine Neupositionierung unseres Hotels aussehen könnte. So haben wir unser neues Leitbild aufgesetzt und festgehalten, was wir in Zukunft wollten und wie wir das erreichen wollten.“ Man überlegte auch gemeinsam, welche Gäste man haben wollte. Und entschied sich für eine klare Positionierung im Schweizer Markt. „Heute sind über 96 % unserer Gäste Schweizer“, so Claudia Züllig. Ihr Mann Andreas Züllig ist Präsident von hotelleriesuisse, dem Unternehmerverband der Schweizer Hotels, und weiß dazu entsprechend aus der Branche zu berichten: „Man segmentiert sich zusehends im Markt und sagt genauer, für was und welche Qualitäten man steht.“ Im Prozess des Rebrandings legte man gemeinsam fest, was wichtig ist: „Die Mitarbeiter, die Gäste, die Qualitätsstandards, die Finanzen, die Natur und Umgebung, die Nachhaltigkeit. Das sind Werte, die auch heute nach wie vor ein großer Bestandteil unserer Philosophie sind“, so Claudia Züllig.

 

Gewaschen wird inhouse

Bezüglich dieser Werte machte man in all den Jahren keine Kompromisse. Und stattete ab 2014 deshalb die hausinterne Wäscherei sukzessive mit Miele Geräten aus. Hier stehen vier Waschmaschinen, zwei Trockner und eine Mangel. Wenn das Haus mit ca. 200 Gästen voll ist, laufen die Maschinen durchgehend von 6 Uhr bis 20 Uhr. Gewaschen wird die gesamte Tischwäsche, die Mitarbeiterbekleidung, die Frotteewäsche und die Pestemals, die man im Hamam auf dem Körper trägt. In der Hochsaison werden pro Tag um die 500 Pestemals gewaschen. Ein Vorteil der Inhouse-Wäscherei ist die bessere Auslastung der Mitarbeiter: Wenn die Gäste zwischen ca. 10 und 15 Uhr meist außer Haus sind, können die Mitarbeiter, sobald die Zimmer gemacht sind, noch zwei bis drei Stunden in der Wäscherei eingesetzt werden.

Weitere Infos: www.schweizerhof-lenzerheide.ch